Dreimaliger Deutscher Meister übernimmt am Karoli

Dreimaliger Deutscher Meister übernimmt am Karoli

Eishockey: Benoit Doucet (57) wird Trainer des ESV Waldkirchen – Neue Vereinsführung per Briefwahl bestimmt

Düsseldorfer Eishockey-Legende und bald in Waldkirchen an der Bande: Benoit Doucet (57), zuletzt Trainer in Bremerhaven, wird Trainer bei den Crocodiles. −Fotos: Imago Images (2), Privat
Düsseldorfer Eishockey-Legende und bald in Waldkirchen an der Bande: Benoit Doucet (57), zuletzt Trainer in Bremerhaven, wird Trainer bei den Crocodiles. −Fotos: Imago Images (2), Privat

Waldkirchen. Sie legen los: Der Eishockey-Landesligist ESV Waldkirchen hat eine neue Führung und die sorgt gleich für einen Paukenschlag: Mit Benoit Doucet (57) wird ein dreifacher Deutscher Meister Trainer der Karoli-Krokodile. Das bestätigte Matthias Nickolmann, der neue sportliche Leiter, gestern gegenüber der PNP. Der 38-Jährige kennt den Deutsch-Kanadier, der in Landshut lebt, lange und überzeugte seinen Vertrauten vom neuen Waldkirchner Konzept.

Es soll sich einiges ändern beim ESV Waldkirchen und die neue Vorstandschaft um den Vorsitzenden Matthias Worlitschek (46) hat ehrgeizige Ziele. Das war schon vor der offiziellen Wahl und Ablösung von Edi Krutsch zu hören. Das bestätigen die ersten Gespräche mit den künftigen Verantwortlichen. Das Wichtigste ist Worlitschek, auf den 63 von 65 Briefwahlstimmen entfielen: „Eine mannschaftliche Geschlossenheit. Wir haben ehrgeizige Ziele, aber das geht nur als Team. Jeder soll gern in die Eishalle gehen und Spaß haben können“, betont der 46-Jährige, der in Prag (Lkr. Passau) wohnt und seit Jahrzehnten Mitglied der Crocodiles ist.

Neue Vereinsführung: Matthias Worlitschek (4. von rechts) mit seiner Mannschaft (von rechts) Birgit Schätzl (Schriftführerin), Walter Moser (2.Vorstand), Martin Graßl (Kassier), Christian Kornexl (Beisitzer), Herbert Meier (3. Vorstand) und Martina Müller (Briefwahl-Auszählung). Mit im Bild Waldkirchens 2. Bürgermeister Christian Zarda (links). −Foto: Verein
Neue Vereinsführung: Matthias Worlitschek (4. von rechts) mit seiner Mannschaft (von rechts) Birgit Schätzl (Schriftführerin), Walter Moser (2.Vorstand), Martin Graßl (Kassier), Christian Kornexl (Beisitzer), Herbert Meier (3. Vorstand) und Martina Müller (Briefwahl-Auszählung). Mit im Bild Waldkirchens 2. Bürgermeister Christian Zarda (links). −Foto: Verein

Das ist die Theorie. Die Praxis lässt noch auf sich warten, denn ob die Eishockey-Saison 2020/2021 im Herbst regulär beginnen kann, weiß aufgrund der Pandemie kein Mensch. In jedem Fall basteln die Neuen beim ESV Waldkirchen an einer Truppe, die in der Landesliga keinen Gegner fürchten muss. Die Verpflichtung von Doucet ist der Anfang. Der 57-Jährige wurde in Montreal geboren und spielte von 1988 bis 1999 in den höchsten deutschen Eishockey-Ligen, wurde mit der Düsseldorfer EG drei Mal Deutscher Meister (1992, 1993, 1996). Nachdem er die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten hatte, lief Doucet auch für die deutsche Nationalmannschaft auf und war nach seiner aktiven Karriere zuletzt bis 2015 Trainer beim damaligen Zweitligisten und heutigen DEL-Klub Fischtown Pinguins Bremerhaven. „Das ist natürlich eine Granate“, freut sich Matthias Worlitschek über die Zusage von Doucet. Der A-Schein-Inhaber wird künftig aus Landshut für sein Engagement bei den Crocodiles pendeln. Auf seine neue Mannschaft soll er erstmals Mitte oder Ende Juli treffen.

Neuer Sportchef: Matthias Nickolmann (38.).
Neuer Sportchef: Matthias Nickolmann (38.).

Zwei Gespräche habe er gebraucht, um den Ex-Profi vom ESV Waldkirchen zu überzeugen, verrät der neue Sportleiter Nickolmann. „Eine gute Freundschaft“ zu Doucet half dabei. Nickolmann ist überzeugt, dass der hochklassig erprobte Deutsch-Kanadier frischen Wind in die Karoli-Eishalle bringen wird und die Mannschaft auf ein neues Level hieven kann. „Er will kanadisches, sprich offensives und attraktives Eishockey spielen und soll unsere guten Jungs besser machen“, berichtet Nickolmann.

Neuer Stürmer: Laurens Ober (25) aus Linz.
Neuer Stürmer: Laurens Ober (25) aus Linz.

Welche Spieler zur Verfügung stehen, will der Sportchef noch nicht kund tun. Er verrät, „dass sich das Gesicht der Mannschaft nicht komplett verändern wird.“ Man habe viele gute Spieler, möchte das Team „punktuell verstärken“. Aus dem aktuellen Kader werden viele Spieler bleiben, wie Verteidiger Lukas Daschinger (23). „Er hat meiner Meinung nach bisher nicht die Wertschätzung erhalten, die er verdient, er ist ein richtig guter Junge“, betont Nickolmann, der im gleichen Atemzug den ersten Neuzugang verkündet.

Stürmer kommt ausder 1. Liga ÖsterreichsDer nächste Paukenschlag: Aus der ersten österreichischen Liga (EBEL) kommt Stürmer Laurens Ober (25). Der 1,90 Meter große Stürmer verlässt die Black Wings Linz und läuft künftig in Waldkirchen auf. Einen weiteren hochklassig erprobten Puckjäger hat Nickolmann bereits an der Angel. Aber alles der Reihe nach, bittet er um Geduld.

Dabei ging es ziemlich schnell im Leben von Matthias Nickolmann. Der Unternehmer und frühere Eishockeyspieler zog Ende 2018 nach Kellberg (Lkr. Passau) und wurde heimisch in Niederbayern und beim ESV Waldkirchen. „Unsere Tochter kam über Eislaufen nach Waldkirchen und ich habe dann in der Hobbymannschaft mitgespielt“, erzählt der 38-Jährige. Die Kontakte am Karoli wurde intensiver und die Motivation bei den Krokodilen was zu bewegen stieg. „Matthias war sofort integriert und darum wollten wir ihn dabei haben“, beschreibt Worlitschek. Nickolmann sei ein Mensch, „zu dem man nicht viel sagen muss, er weiß, um was es geht und macht das dann auch“, so Worlitschek über den neuen Kaderplaner, der eng mit Walter Moser zusammenarbeitet.

Mit der Briefwahl der neuen Vorstandschaft, die am Samstag ausgezählt wurde (siehe unten), wurde der erste Schritt in die Zukunft gemacht. Nun kann das neue Team loslegen. „Die erste Saison können wir ganz ohne Druck angehen“, sagt Nickolmann. Man wolle eine solide Planung aufstellen, viele Menschen und Fans ins Boot holen. Das neue Konzept lasse sich gut auf dem bestehenden Modell aufbauen. Vielleicht wird dabei auch der ein oder andere Spieler aus Tschechien engagiert, aber nicht mehr in der Anzahl wie im vergangenen Jahr. Zudem wird es ein neues Vereinslogo geben, neue Trikots und – das wünscht sich die neue Vereinsführung – ein neues Wir-Gefühl.

(Quelle) PNP Michael Duschl