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Crocodiles schrammen in Dachau an Sensation vorbei

Ja, das hätte wohl wirklich keiner erwartet: gegen eine Mannschaft aus Dachau, die in dieser Saison Freising schon zweimal besiegte, die in Passau (!!) zwei Punkte entführte und die Bruckberg und Dingolfing mit 28:0 und 17:0 völlig zerlegte, sorgten die Crocodiles auswärts für Furore.

Und das, obwohl die Vorzeichen denkbar schlecht standen. Mit Ralph Heinrich und Thomas Eisner meldeten sich gleich zwei Stürmer aus der ersten Sturmreihe krank und Dennis Zeller war aus familiären Gründen verhindert. Die Waldkirchner machten sich also mit sage und schreibe 11 Mann (inklusive Torwart) auf den Weg zu den Oberbayern – allerdings mit einer mächtigen Portion Spaß und guter Laune schon bei der Anfahrt (der Teamgeist ist derzeit einfach genial).

Nachdem das ca. 3-stündige Kartenspielen während der Busfahrt ein jähes Ende fand, stellte man sich dann doch die Frage: wie können wir in Dachau zumindest einigermaßen bestehen und mit erhobenem Haupt zur Rückreise antreten? Die Antwort klang simpel: da wir mit den Dachauern spielerisch wirklich nicht mithalten können, galt nur ein Motto –> DEFENSIVE und bei Gelegenheit schnelle Konter.

Und diese Taktik ging voll auf. Wie erwartet setzte uns die Mannschaft aus Dachau schnell unter Druck und ging auch bereits nach 2 Minuten in Führung. Doch die Waldkirchner schafften es im Anschluss daran, das Kombinationsspiel der Dachauer vehement zu stören und Jan Koblizek sowie Johannes Fuchs schafften tatsächlich mit zwei schnellen Kontern die 2:1-Pausenführung.

Einigermaßen verblüfft saßen sich die Waldkirchner dann in der Kabine gegenüber und erholten sich vom ständigen Pressing der Dachauer.

Mit demselben Eifer wie im ersten Drittel, wurde das zweite begonnen und als Uli Müller nach toller Vorarbeit von Johannes Fuchs die 3:1-Führung für die Krokodile herstellte, war der Jubel groß. Doch diese Freude war leider nur von kurzer Dauer. Nach einem harten (aber fairen) Check krümmte sich unser Pechvogel der Saison, Lutz Brand, auf dem Eis. Erstmals nach seiner Schulterverletzung wieder dabei, hat es ihn an der gleichen Schulter sofort wieder erwischt und die Diagnose lautet: zweimaliger Bänderriss und das endgültige Aus in der laufenden Saison. Doppelt dramatisch für ihn als auch für die Mannschaft, die sichtlich schockiert war und nun mit nur mehr 9 Mann „verteidigen“ musste.

Die Dachauer hingegen konnten diese Situation für sich ausnutzen und sorgten noch in den letzten 7 Minuten des zweiten Drittels mit einem Doppelschlag für den 3:3-Ausgleich.

Auch im letzten Drittel kämpften die Crocodiles verbissen um jeden Zentimeter Eis, die dünne Spielerdecke forderte aber nun doch Tribut und die logische Konsequenz waren die drei Tore der Dachauer zum Endstand von 3:6 aus Sicht der Waldler.

Die Drittelergebnisse im Überblick (aus Sicht der Crocodiles): 2:1 1:2 0:3

Unsere Torschützen: Johannes Fuchs, Jan Koblizek, Uli Müller

Abgesehen von der tollen und geschlossenen Mannschaftsleistung muss man noch unseren Goalie, Andreas Stadler, hervorheben. Mit stoischer Ruhe und tollen Reflexen war er den Crocodiles ein starker Rückhalt.

Fazit: Eigentlich nahm das Spiel einen völlig unerwarteten Spielverlauf und die Crocodiles konnten zumindest kämpferisch wirklich mithalten. Die spielerische Überlegenheit der Dachauer und die zu dünne Spielerdecke waren aber letztendlich entscheidend für die Auswärtsniederlage. Beide Mannschaften lieferten sich ein enorm faires Spiel (5x 2 Minuten für Dachau und nur 3x 2 Minuten für Waldkirchen) - den Schiedsrichtern sei an dieser Stelle ein besonderes Lob ausgesprochen.

Die ausgelassene Stimmung auf der Heimfahrt zeigte, dass wir unser Ziel in Dachau mehr als erreicht haben. Wir hatten unser Kämpferherz am rechten Fleck, haben uns wirklich anständig verkauft und das wirklich Wichtigste: es hat uns sichtlich Spaß gemacht, in Dachau Eishockey zu spielen.

Am kommenden Freitag (zweiter Weihnachtsfeiertag) erwarten wir die Niederbayernauswahl aus Passau auf heimischem Eis zum Derby. Die Schiedsrichter bitten um 19.00 Uhr zum ersten Bully.